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Archive für 30.9.2010
Entschuldung des Staates
30.9.2010 von MM.
Auszug aus einem Interview http://www.politik-poker.de/zinsdebatte.php
Eine Entschuldung der öffentlichen Haushalte ist nur möglich, wenn die Steuern da erhoben werden, wo sich das Geld befindet. Wir haben zurzeit so viel Geld in Deutschland, dass im Schnitt in dieser Sekunde jeder Haushalt über rund 31.000 € verfügt. Und wenn ich “Geld” sage, dann meine ich auch nur Geld, nämlich Bargeld, Girokonten- und Tagesgeldkontenguthaben (sogenannte Geldmenge M1). Rechnen wir Sparguthaben und Ähnliches mit (Geldmengen M2 bzw. M3), dann liegen wir jetzt bei rund 56.000 €, die im Schnitt jeder Haushalt in dieser Sekunde zur Verfügung hat. Das sind freilich nur statistische Mittelwerte, denn die Realität sieht so aus, dass gut 95% aller Haushalte gerade mal ein paar Hundert oder Tausend Euro besitzen. Das Geld häuft sich bei wenigen Meudalherren, die gerade mal ein Promille der Bevölkerung ausmachen. Die öffentlichen Haushalte können sich also nur von ihren Schulden befreien, die sie übrigens überwiegend bei den Meudalherren haben, wenn sie die Meudalherren entsprechend besteuern. Bei der breiten Bevölkerung ist und bleibt nichts zu holen.
Eine viel elegantere Lösung wäre freilich, dass der Staat die Bildung solcher Reichtümer in den Händen einzelner von vornherein verhindert, beziehungsweise, da die Reichtümer einmal da sind, diese wieder beseitigt. Damit meine ich natürlich nicht die Beseitigung des heute vorhandenen Vermögens, das Generationen von Menschen in Deutschland aufgebaut haben, sondern lediglich die Beseitigung von Vermögenskonzentrationen bei einzelnen Menschen. Das vorhandene Vermögen muss sich in der Bevölkerung breit verteilen. Dann würde sich auch das Geld in unserem Land bei der Bevölkerung verteilen. Dann hätte jeder Haushalt tatsächlich rund 31.000 € M1 beziehungsweise 56.000 € M3. Die Folge wäre eine Binnenkonjunktur wie zu Zeiten des Wirtschaftswunders, kaum noch Sozialhilfebedarf, und der Staat könnte seine Schulden ohne Probleme abbauen.
Wie auch immer: Die Meudalherren müssen zur Ader gelassen werden. Oder anders ausgedrückt: Wir können uns keinen Reichtum von Einzelnen und keinen Meudalismus erlauben. Wir müssen zurück zum Rheinischen Kapitalismus des Ludwig Erhard. Griechenland hat übrigens im Prinzip dasselbe Problem.
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