Ja, die offizielle Politik
ist die Krankheit, die
sich selbst als ihr Heilmittel
verkauft!
Ich beziehe mich auf einen Beitrag von Wolfgang Rosner „Die Methode hinter
dem Wahnsinn“, der in dem Rundbrief 06/10 der ddp (Deutsche Demokratische
Partei) erschien. Ob die ddp auch ein Teil der Krankheit ist, mag dahingestellt
sein
, aber dieser Beitrag ist es wert, gelesen zu werden.
Die Fragen, die aber leider nicht beantwortet wurden, lauten:
Wie sollen denn die Wahnsinnsmethoden in der Finanzwirtschaft
und Politik geändert werden? Wo sind die Subjekte, die
das auf den Weg bringen?
Ich sag’s ganz kritisch, ich finde bei keiner Partei, auch nicht bei den LINKEN, nicht bei
den GRÜNEN, nicht bei der ddp, nicht bei der ÖDP, nicht bei den VIOLETTEN, nicht beim
BÜNDNIS-ZUKUNFT eine befriedigende Antwort.
Was fehlt ist die Idee eines Paradigmenwechsels im Selbst- und Identitätsverständnis aller
Parteien bezogen auf das jetzige Demokratiesystem, das eigentlich ein Souveränitäts-
Verrats-System ist. Etwas überspitzt ausgedrückt: Jede Partei, die für dieses Souveränitäts-
Verrats-System kandidiert, beteiligt sich strukturell (repressiv – tolerant – verschleiernd)
am Verrat gegenüber dem Volk und einem nachhaltigen Gemeinwohl.
Eine auf Vernunft basierte Politik wird vermutlich erst durch eine Demokratierevolution
(z.B. entsprechend der Viergliederung nach Johannes Heinrichs) möglich sein.
Denn selbst wenn irgendeine Partei oder ein Bündnis ein wirklich heilsames Programm
hätte (Papiere sind ja geduldig), aber was immer da stehen mag, so ist es doch eine unheilbare
Illusion, unter den Bedingungen der jetzigen strukturkorrupten, einheitsparlamentarischen
Parteienstaats-Demokratie irgendwann ausreichend Gesetzes- und Verfassungs-(
Gebungs)macht zu erhalten, um das herrschende kranke System mit den vielen
Teufelskreisen in ein durchgehendes “Win-Win-System” umzuwandeln. Denn es gilt jetzt
und bis auf weiteres: “Alle Staatsgewalt geht vom Gelde aus”, wie es Wolfgang Rosner
selbst feststellt. Es bedarf also noch einer intelligenten und ethisch korrekten Revolution,
die das gegenwärtige “räuberische” System ablösen kann. Und das kann doch nicht durch
das fromme Wählen einer Partei erlangt werden.
Selbst im bürgerlichen Mainstream wird zwar jetzt wieder das Primat der Politik gegenüber
der Finanzwirtschaft eingefordert. Aber wenn die Politik und das Parteienstaatsprinzip
selbst krank und machtlos sind, wie und durch wen und durch was soll dann Heilung
kommen?
Die Parteien (alle) sind solange selbst das Problem, solange wir nur dieses strukturkorrupte
Einheitsparlamentssystem und kein auf höhere Vernunft gegründetes Werte- und Entscheidungssystem,
d.h. eine qualitätsdemokratische Verfassung haben, die sich am wahren
Wesen des sich noch entwickelnden Menschen orientiert. Ja, wir können alle politischen
Revolutionen vergessen, wenn wir nicht erkennen, dass die wahre Revolution eine
anthropologische und transzendentalphilosophisch-geistige Revolution sein muss,
wie ich sie in Anlehnung an die philosophischen Forschungen von Johannes Heinrichs
nennen möchte.*
Ich komme erfreulicherweise immer wieder zu der Erkenntnis, dass unsere (des Volkes)
Selbstermächtigung zu einer “Vierfach-R-Evolution” (www.netz-vier.de/Vierfach-REvolution.
pdf) wunderbare Lösungswege bieten würde – wir müssten uns nur entschließen,
diese Wege zu gehen!
Ich weiß, mit dieser Vision**, so scheint es, stehe ich zusammen mit einigen anderen in
einer utopischen Nische. Aber zur Zeit der Dinosaurier lebten unsere Vorfahren auch nur
in einer
Nische
Dieter Federlein
_______________
* Was eine “transzendentalphilosophische Anthropologie” sein könnte vgl. Heinrichs, Johannes in:
Öko-Logik – Geistige Wege aus der Klima- und Umweltkatastrophe, München 2007; Logik des Sozialen
- Woraus Gesellschaft besteht, München 2005; Das Geheimnis der Kategorien – Die Entschlüsselung
von Kants zentralem Lehrstück, Berlin 2004; und siehe auch die Konsequenzen, die sich daraus
ergeben: “Revolution der Demokratie” – Eine Realutopie, Berlin 2003.
** A propos „Vision“. Helmut Schmidt meint zwar, wer Visionen hat, möge zum Arzt gehen,
aber aktuell hörte ich die Einsicht, wer keine mehr hat, ist viel kränker.