Archive für 9.3.2010

Kommunismus und Kapitalismus endlich vereint!

http://edition.cnn.com/2009/WOLRD/ asiapcf/10/15/china.billionaires/

„China steht hinter den USA in der Zahl der Milliardäre an zweiter Stelle. Dies ergibt sich aus dem jährlichen Bericht über die 1000 reichsten Leute der Welt.

Die Hurun Liste der Reichsten zählte 130 Milliardäre in China im vergangenen Jahr, ein Anstieg von 101 von vorletzten Jahre und gar keine in 2001.

Zusätzlich gibt es in China 825 000 Reiche, die ein persönliches Vermögen von mehr als 1,5 Millionen Dollars besitzen.

So sagte Rupert Hoogewerf, ein Wirtschaftsprüfer, der diese Liste seit 1998 zusammenstellt.“

 

Also ist China- ziemlich unauffällig- nach hundertjährigem Straucheln und Stolpern  in die Klauen des Privatkapitalismus zurückgefallen. Für uns freilich waren diese Zeichen schon lange vorher zu erkennen: Die tägliche Zitierung der Börsen zu Schanghai und Hong Kong in „Welt“, „Frankfurter Allgemeinen“, Fernsehen usw. ließ uns keinen Zweifel, daß vom Sozialismus-Kommunismus bloß die leere Schale zurückgeblieben war. Denn das kommunistische Experiment hat bisher immer und überall mit der Wiederherstellung dea Privatkapitalismus geendet.

„Kommunismus war für das Volk, er war für die breiten Massen;

Geschäfte machen nur die mit der Macht, das Geld drucken zu lassen.“

Mao Tse Dung wird sich in seinem Mausoleum zu Beijing nicht umdrehen, wenn die unruhigen Geister Karl Marx‘ ihm das zuflüstern. Schließlich war er selber als Sohn reicher Eltern geboren. Dem Reiz kapitalistischen Geldes konnte er als Vorsitzender nur widerstehen, weil ihn sein Volk und Staat mit allem, das er sich wünschen konnte, frei versorgte  (und verhinderte, daß seine und seiner Genossen Ausschweifungen nicht ins öffentliche Licht gerieten). Marx: lehrte diesen Traumzustand  (für die ganz oben) schon vor 150 Jahren: „Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinem Bedürfnissen.“

Kein Mensch wird je erfahren, wie viele Millionen Menschen in China der kommunistischen Wahnidee zum Opfer fielen. Gewißheit besteht, daß  ihr trotzdem nicht gelang, die chinesische Nation im kommunistischem Sinne zu ändern. Es gelang nicht einmal, sozialistischen Geist in einer einzigen Generation durchzusetzen. Wer erinnert sich noch an die bürgerkriegsähnlichen/ anarchischen Zustände in China Ende der 60 Jahre, als die „kulturelle Revolution“ tobte,.als dort jeder mit dem Roten Büchlein vom Vorsitzenden Mao  in der Hand  seine kommunistische Gesinnung vorzeigte?

Ob dahinter Machtkämpfe der chinesischen Führungsriege steckten oder diese ihre Vorstellung vom Kommunismus in einem Massensturm endgültig durchführen wollten ist ungewiß geblieben.  Wir sind aber heute ziemlich sicher, daß der wirtschaftliche Zusammenbruch Chinas,  der mit der „kulturellen Revolution“ in engen Zusammenhang steht, die Agenten der amerikanischen Großbanken nach China lockte. Hier standen Geschäfte und riesige Gewinne in Aussicht, die Finanz brauchte nur mit hilfreichen Geld- bzw. Kredit-Angeboten zu locken.  Aus diesem Grund also sahen wir ihren Spitzenagenten im Weißen Haus, den Staatsekretär Henry Kissinger 1972 nach China reisen, um die USA mit dem China-Kommunismus zu versöhnen. Er gelang ohne viel Mühe und Aufsehen.

Dreißig Jahre später  wird mit der massenhaften Verlagerung amerikanischer und europäischer Industrieanlagen und dem Aufbau von modernen Massenproduktionsanstalten jedem  Deppen in Deutschland und Amerika demonstriert, daß die westlichen Kapitalisten damals in China eine gutverzinsliche Geldanlage entdeckten, zumal mit dem offiziell beibehaltenen Kommunismus für die „unten“ die Löhne an der Untergrenze blieben- wie es in China ja schon immer war. Was sie jetzt wohl zu spät entdecken, dürfte oben zitierte Tatsache sein, daß die Chinesen sich noch besser auf Geschäft, Geldanhäufung und Volksausbeutung verstehen als ihre abendländischen „Geschäftspartner“. Deutlich zeigt sich schon, wie in China anlagesuchendes Kapital in Wettbewerb miteinander tritt, und die chinesischen Milliardäre werden Mittel finden, die unliebsame Konkurrenz  zu verdrängen.

Wir sehen voraus, das wird auf die Dauer nicht gut gehen.    

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14.4.2010

Kommentar dazu:

  

 Wir hätten es kaum für möglich gehalten, daß in der kurzen Zeit nach Veröffentlichung jenes Aufsatzes und unseres freiwirtschaftlichen Kommentars wir schon die Bestätigung erhalten würden!  Mike Whitney in www.informationclearinghouse.info/ — 6.April 2010:

 

….„China gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Seine Wirtschaft leidet bereits unter Überinvestitionen, Unter-Konsum und hauchdünnen Profitraten.  Das ist eine harte Mischung schon in den besten Zeiten, aber die gegenwärtigen sind eben nicht die besten. So wie dem Ballon die Luft entweicht,  nehmen die Insolvenzen zu, Verbrauch geht zurück und die Wirtschaft schaltet auf Kriechgang.  Damit wird die Unzufriedenheit  zunehmen, gleichgültig ob die Parteibosse es hinnehmen oder nicht….

Chinas Wirtschaftssystem ist  mit argen Fehlern behaftet. Der heimische Markt wäre zu erweitern, um dadurch die Abhängigkeit vom Export zu vermindern. Innerchinesischer Absatz  sollte gefördert werden, was bedeutet, dass der Lebensstandard gehoben werden müsste. Die chinesische Regierung braucht eine Plan zur Neuverteilung des Reichtums, um das Einkommen des Mittelstandes zu heben.

Aber gerade das ist das Hindernis, denn der Klassenkrieg „ [d.h. die Ausbeutung des schaffenden Volkes] „tobt in China genau so wie in den Vereinigten Staaten“…

 

Geschoben werden sie alle- aber von wem?

Es ist immer erfreulich, wenn, wie im vorliegenden Falle Wirtschafts-Journalisten in freiwirtschaftlichem Sinne schreiben. Obwohl die meisten von Freiwirtschaft gar nichts wissen oder aus Existenzangst Gesells Lehren verleugnen. Whitneys Artikel ist zu langatmig, um hier in ganzer Übersetzung wiedergegeben zu werden. Uns kommt auf seine beachtenswerten Feststellungen an.

Gesell hat zur Zinstheorie bemerkt, daß die ungeheuren Profite der ( auch neuen chinesischen) Milliardäre den Zins unter die Rentabiltätsgrenze drücken und Krisen auslösen müssen.

Es lohnt sich, hierzu aus der  „Natürlichen Wirtschaftsordnung“ zu der Erklärung von Zins und Wirtschaftskrisen für den bei uns neuen Teilnehmer  zu zitieren:

 

„ Wenn Carnegie [amerikanischer Stahlkönig] seinen Arbeitern 20 oder 50% mehr Lohn gezahlt hätte, so wäre er wahrscheinlich nie zu seiner ersten Milliarde gelangt. Ob aber dann alle Stzahlwerke, die Carnegie mit dem Gelde schuf, und die nun das Angebot des Realkapitals vermehren, die Löhne in die Höhe treiben und den Zins entsprechend herunterdrücken, durch die Ersparnisse der Arbeiter entstanden sein würden? Ob die Arbeiter nicht lieber jene 20 ode 50% für eine ausreichende Ernährung ihrer Kinder, gesündere Wohnungen, für Seife und Bäder verwendet haben würden? Mit anderen Worten, würden die Arbeiter zum Schaffen neuer Stahlwerke zusammen so viele Überschüsse erzielt haben wie es Carnegie mit seinen bescheidenen persönlichen Bedürfnissen möglich war?

Wir sind zunächst geneigt, obige Frage rundweg zu verneinen- und irren dabei ganz gewaltig. Denn was hat Carnegie durch die Häufung von Realkapitalien durch seine persönliche Sparsamkeit  erreicht? Er hat den Zins immer wieder unter den Urzins gedrückt und dadurch Krisen über Krisen herbeigeführt, die ebensoviel Realkapitalien vernichteten oder am Entstehen verhinderten, wie der brave Mann durch sein vernünftiges Wirtschaften zusammenbrachte.  Hätte Carnegie die Überschüsse seines Betriebes durch Lohnerhöhung unter die Arbeiter verteilt, so wäre allerdings nur ein kleinerer Teil für neue Realkapitalien gespart worden,  der größere Teil wäre in Seifen-, Speck-und Bohnen- Schwelgereien verpraßt worden. Demgegenüber aber wären die Zwischenräume von einer Krise zur anderen größer geworden sein. Die Arbeiter hätten infolgedessen weniger durch erzwungene Arbeitslosigkeit verloren und so ihren Mehraufwand wieder ausgeglichen. Der Erfolg wäre für den Zins derselbe geblieben; d.h. ohne die Sparsamkeit Carnegies stände heute das Angebot an Realkapitaien auf gleicher Höhe wie mit dieser Sparsamkeit. Der Unterschied zwischen dem, was Carnegie persönlich sparen konnte und dem, was die Arbeiter weniger gespart haben würden, ist durch die Wirtschaftskrisen gesetz- und regelmäßig vernichtet worden“

 

Zins und Krisen in diesem Lichte zu sehen wird viele überraschen, doch die Logik Gesells wird sie zweifellos überzeugen.. Sein lehrreiches Beispiel des geldbesessenen Milliardärs Carnegie erweist sich in unserem 21.Jahrhundert verblüffend aktuell!  Die Baufehler der kapitalistischen Weltwirtschaft erscheinen so oder so, früher oder später- jeder mit wachem Auge muß sie sehen.  „Überinvestitionen,  Unter-Konsum und hauchdünne Profitraten“- so denkt nur das Großkapital-in der durch Zinsdruck selbst herbeigeführten Wirtschaftskrise und sinnt auf Auswege! Wir sagen mit Silvio Gesell nichts Neues:  Das „Zuviel an Kapital“ muß irgendwie vernichtet werden!

 

Whitney behauptet (zu Recht), daß weder die Nationen bzw. Regierungen von USA oder China die gegenwärtige Rezession beeinflussen können. Diese seien vielmehr dem Wirtschaftswetter  voll ausgesetzt und hätten an den Folgen zu tragen.

 Aber er hat nicht die naheliegende Frage aufgegriffen, wer denn dafür verantwortlich zu machen ist. Wir können jedoch  unseren Lesern einen Hinweis geben, der sie weiterführt:

Wir fanden die Nachricht einer anderen Quelle im Weltnetz: Daß ein führender Mann der Riesenbank Goldman-Sachs (sie wird den meisten noch in Erinnerung sein, weil Obama sie mit etlichen hundert Millarden des Volkes Steuergeldern vor der Pleite rettete) einen leitenden Posten bei der chinesischen Zentralbank übernimmt. Daß er seine Instruktion von G-S in der Tasche hat, und in China internationale Hochfinanz-Geldpolitik durchführen wird,  dürfte feststehen.

Georg Kausch

 

 

 

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