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Archive für 19.2.2010
Ergokratie vs Freiwirtschaft
19.2.2010 von MM.
Wie von der Schriftleitung der „Rundbriefe Freiwirtschaft“ vorgesehen, wird die Auseinandersetzung mit der Lämmel-Herde hier fortgesetzt. Wir beweisen damit, daß wir eine Auseinandersetzung mit diesen Leuten nicht scheuen, ganz im Gegensatz zu ihren ständig wiederholten unwahren Behauptungen. Daß sie imgrunde vollig zwecklos sind, wissen wir seit langem. Aber da wir immer wieder festellen mußten, daß der Herr Lämmel Schweigen als Sieg seiner Sache auszulegen pflegt, werden wir jetzt den Streit so lange fortsetzen, wie es nötig scheint und er von selber aufgibt.
Wir hoffen, daß an dieser Fehde auch die Leser Vergnügen haben und Lehren daraus ziehen.
I. Runde: Lämmels fatale Schwäche
von Georg Kausch
Dipl. Volkswirt Albert Lämmel hatte bekanntlich einen offenen Brief an Dr. Fuders, Erlangen, geschrieben, in dem er in infamer Weise gegen uns Freiwirte und Silvio Gesell herzog. Die Polemik, die ich gegen seine verlogene Darstellung schrieb, muß als Volltreffer bei Lämmel eingeschlagen haben, denn er wirft in seiner unbeherrscht protestierenden Zuschrift in Nr. 38 Anstand und Sachlichkeit in den Wind. Den Wortschatz seiner Schmähungen hat er diesmal um seine neueste Erfindung bereichert; befördert er sich doch zum : „Entlarver des schizophrenen Anarchisten Gesell.“
Aber Ihre geschmacklose Schimpftirade hilft nichts, Herr Dipl. Volkswirt Lämmel, es stehen immer wieder aufrechte, gescheite Menschen für Silvio Gesell und seine unwälzenden Erkenntnisse auf, nicht nur Georg Kausch oder Dr. Fuders, zahllose Professoren, Gelehrte bis zum einfachen Werktätigen- in Gegenwart und Vergangenheit- sind zu nennen. Dagegen haben Ihre verblichenen Lehrmeister Färber und Feder solche Zeugen nie aufzuweisen gehabt, beide sind fast vergessen. Sogar Adolf Hitler, der die Macht hatte, seinem Mitparteigenossen und „Alten Kämpfer“ Dipl Ing. Gottfried Feder die Währung des Deutschen Reiches anzuvertrauen, „Volksgeld“ und „Brechung der Zinsknechtschaft“ durchzusetzen, tat das eben nicht. Warum nicht? Ich habe schon immer vermutet, daß Hitler die Feder´schen „Theorien“ von Anfang an als Humbug durchschaute. Mißerfolge haben Lämmel freilich niemals erschüttert oder nachdenklich gemacht, er streitet unbeirrt weiter, was kein Lob für ihn und den Wert seiner Sache darstellt.. Zur Täuschung der Massen (und zum Kampf gegen die Freiwirtschaft Gesells) war Altnazi Gottfried Feder freilich ein brauchbares Werkzeug. Genau wie Dipl. Volkswirt Albert Lämmel- sicher ahnungslos!- bis heute nur dazu dient, Silvio Gesell schlecht zu machen, um intelligente Menschen, die nach der Lösung der sozialen Frage suchen, von der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem kapitalistischen Geldsystem, der Bodenfrage, der Ausbeutung und ihrer Überwindung abzuhalten.
Lämmels wütende Ausfälle gegen Gesell (und mich) offenbaren uns die Schwäche seines ideologischen Gerüstes, er möchte zwar alles besser wissen, kann es aber nicht, weil er die dummdreisten Feder-Ideen zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis erhebt. Aus Irrtümern folgen zwangsläufig psychische und schriftstellerische Fehlleistungen.
Lämmel weiß als Volkswirt, daß die Quantitätstheorie das Grundgesetz der Geldwirtschaft ist. Er kann nicht wagen, sie öffentlich zu bestreiten ohne sich lächerlich zu machen. Also versucht er sie abzuwerten: „Kauschs Steckenpferd“, setzt Quantitätstheorie in Anführungszeichen. Und gibt sich arrogant: „Kausch hat noch gar nicht bemerkt, das dies erst ein Faktor wurde durch das Zinssystems des Geldes.“
Was für ein unsinniges Geschwätz! Wer herausfindet, was Lämmel beweisen oder bestreiten wollte, bekommt mein Buch geschenkt! Die Quantitätstheorie, volkstümlich Gesetz von Angebot und Nachfrage genannt, ist so unleugbar wie Newtons Gesetz der Schwerkraft.
Lämmel spürt insgeheim die tödlich verwundbare Schwachstelle seiner Sache, die ihm mit der Anerkennung des Quantitätsgesetzes droht: Die „Volksgeld“- (theorie?-nein! –lehre?- auch nicht! -propaganda? – vielleicht! –utopie? gewiß!) verschwindet spurlos wie eine Fata Morgana, wendet man das Gesetz von Angebot und Nachfrage darauf an- und daran geht kein Weg vorbei. Es ergibt sich ja gerade aus der Quantitätstheorie, daß nienamd ungestraft das Tauschmittel Geld als Steuergeld ins Volk streuen darf, für welche Zwecke auch immer. Jegliche Ausgabe von Geld, das die Warennachfrage auf dem Markt übersteigt, löst unmittelbar Preissteigerung, Inflation aus.
Die Quantitätstheorie reicht um Lämmels „Volksgeld“ als Volksbetrug zu desmaskieren!
Lämmels Gefolgsmann Dr. Bohn hat in seinen Aufsätzen, die in den Rundbriefen Freiwirtschaft abgedruckt wurden, sogar eine planmäßige Inflation befürwortet. Daß er damit ungewollt die Quantitätstheorie anerkannte, kam ihm erst nach meiner Erwiderung zum Bewußtsein, worauf er beschämt einen flotten Rückzieher hinlegte. Er meinte allen Ernstes, man könne Inflation machen, „ohne daß das Volk geschädigt wird.“ Reiner Blödsínn, so etwas zu behaupten. Mir ist nicht bekannt, ob Lämmel mit Dr. Bohn übereinstimmt, aber daß der so etwas schrieb, schreiben durfte, genügt zu erkennen, wie oberflächlich, widersprechend und wissenschaftlich haltlos die Färber-Feder-Lämmel-Bohn-etc….“Geldtheorien“ sind, wie wenig sie der Kritik standhalten. Aber das ist typisch im Lämmel-Zirkel: Außerstande, Ursache und zwangsläufige Wirkung zu begreifen! Dennoch drängen sich Lämmel und seine wenigen Freunde ständig an uns heran, während sie uns niemals Zugang zu ihren eigenen Veröffentlichungen gestatten! Wenn mein Gesinnungsfreund sie als feigen Klüngel sah, der aus Angst vor Bloßstellung und unbequemer Erkenntnis sich hinter selbsterrichteten Barrikaden verbirgt, muß ich ihm Recht geben.
Dazu rechne man Lämmels Bestreben, alles von mir Gesagte so mißzuverstehen, daß er es ins Gegenteil verkehren kann.
Da hatte ich geschrieben: „In seinem Alter noch schreiben zu müssen, dazu so schlecht und fehlerhaft, weil der bezeichnete Nachfolger es offenbar nicht kann, das ist bitter.“
Und Lämmel tobt: „Besonders schmutzig ist Kauschs Behauptung, Nachfolger Uwe Krumrei könne die Briefe nicht schreiben, weshalb Lämmel, 93jährig, die Korrespondenz erledigen müsse.“
Herr Lämmel darf sich abregen. Er phantasiert. Nirgendwo habe ich seinem Nachfolger Dummheit oder Unfähigkeit unterstellt, Korrespondenzen zu erledigen. Vielmehr wird von mir behauptet, daß sein Nachfolger NICHT „so schlecht und fehlerhaft“ wie Herr Lämmel schreiben KANN. Das nehme ich zu seinen Gunsten an. Ein Beweis steht aus, denn wir haben noch nie ein geschriebenes Wort von ihm gesehen bzw. erhalten.
Ich vermutete die Situation ganz anders als Lämmel unterstellt, nämlich daß der Nachfolger Herrn Lämmels Haßtiraden entartet, ungezogen, unsinnig, flegelhaft, verlogen, rufschädigend findet, in diesem Lämmelschen Schmähzirkus aus innerem Anstandsgefühl nicht mitspielen KANN und sich mit Rücksicht auf das hohe Alter Lämmels zurückhält. Daß er also anders denkt als Lämmel wünscht und erhofft, was wir, wenn dem tatsächlich so ist, herzlich begrüßen würden. Es könnte ja sogar sein, daß dieser Nachfolger sich fragt, ob nicht hinter Lämmels wilden Beschimpfungen Gesells, meiner Person und der Freiwirtschaft ein Unterdrückungs-Komplex zu suchen wäre, die praktische und theoretische Unhaltbarkeit des Volksgeldglaubens einsieht, also das Gegenteil wahr und einer objektiven Nachforschung wert wäre.
Wie gesagt, in Lämmels Briefen und Schreibereien erblicken unbeabsichtigt Dinge das Licht, die er besser für sich behalten hätte. So deutet er zu guter Letzt an, daß er mit dem wohlbekannten Freisozialen Johannes Schumann gestritten hatte. Das muß wenigstens 40 Jahre zurückliegen und deshalb wissen wir davon leider nichts. Hans Schumann, der für die Freiwirtschaft vor 1933 in der SPD gekämpft hatte, kannte natürlich die Ablenk-Propaganda Feders schon aus Gegensatz zum Nationalsozialismus. Ich kann mir gut vorstellen, daß Schumann, im politischen Kampf geschult und mit überlegenem Wissen in der Fehde Albert Lämmel mehr als einmal überwunden und überrundet hat. Lämmel verschweigt wer Sieger war- er kann es also nicht gewesen sein. Aus seiner Bemerkung läßt sich jedoch entnehmen, daß Hans Schumann Herrn Lämmel am Ende gründlich verachtete. Schumann erkannte wahrscheinlich, was anderen auch auffiel, daß Dipl. Volkswirt Lämmel erfahrungs-, lern- und denkresistent ist. Darum wird er niemals ablassen, Gesell und die Freiwirtschaft zu schmähen so lange er lebt.
2. Runde
Viele Wochen sind vergangen, seit wir hier die Fehde mit dem Lämmel-Kreis weitergeführt haben. In dieser Zeit erhielten Herr Lämmel und seine Anhänger Gelegenheit, zu der Streitschrift „Runde 1: Lämmels Schwäche“ Stellung zu nehmen. Dies ist im blog ausdrücklich vorgesehen. Wir wissen mit Bestimmtheit, daß sie im Lämmel-Kreis bekannt geworden ist.
Aber da dieser schweigt, verfällt die erste Runde wegen Versäumnis von Herrn Lämmels „Volksgeldbewegung“.
Hiermit setzt Georg Kausch die Auseinandersetzung fort mit der
Runde 2: Haß macht schlecht und blind
Hurra, wir haben‘s endlich erreicht:
Zwei große und durchweg sachliche Debatten zwischen Freiwirtschaft und Volksgeldleuten hat Herr Diplom Volkswirt Lämmel seiner Anhängerschaft konsequent vorenthalten. Sie hätte ja daraus entnehmen können, daß Lämmels Volksgeldidee fatale Schwächen und Widersprüche aufweist, Gesells Freiwirtschaft dagegen recht scharfe Zähne und Klauen besitzt, vor denen sogar ein Dr. Bohn den Rückzug antrat.
Den dritten Schuß, der als bewußte Polemik gegen Lämmel und seine haßerfüllten Schreibereien gerichtet wurde, konnte er nicht unterdrücken ohne sich vor seiner Gefolgschaft eine Blöße zu geben.
Und darum hat er diesen Teil unserer fortgesetzten Fehde in seinem „Volksgeld-Rundbrief ¾.09“ abgedruckt und beantwortet. Wobei er, nicht zu verwundern, auch bei dieser Gelegenheit seinen Haß gegen die Freiwirtschaft wieder einmal austobte.
Wie oben festgestellt, ist er bereits überholt. Wer sich unterrichten will, lese das auf unserer website www.deutscher-freiwirtschaftsbund.de im Februar-Archiv nach.
Eine sachliche Erwiderung bzw. Widerlegung meiner Polemik hat Lämmel nicht geschafft.
Denn wenn wir unwiderlegt feststellen konnten, „Lämmel weiß von Krisen, Konjunkturen und ihren Ursachen gar nichts“, dann spürt der Volksgeld-Anhänger, der sich einen Rest von Skepsis bewahrte, daß die Feder-Färber-Lämmel-Thesen Mängel aufzuweisen scheinen, welche mit Schmähreden gegen Gesell, oder sei es, Keynes, Fisher usw. nicht wegzuwischen sind.
Lämmel schweigt hartnäckig, fragt man ihn, ob er das Quantitätsgesetz der Wirtschaft anerkennt oder leugnet. Nie beantwortet er die Frage, ob sein „Volksgeld“ dem Quantitätsgesetz gehorchen muß, worin „Volksgeld“ sich vom kapitalistischen Dauergeld unterscheidet. Er hat sich auch nicht zu der Frage geäußert, ob mit „Volksgeld“ Inflation- also Währungsbetrug- möglich oder gar, wie wir behaupten, zwangsläufig ist. Ob mit „Volksgeld“ Wirtschaftskrisen „ausbrechen“ können. Oder daß es mit „Volksgeld“ Möglichkeiten der Volksausplünderung gibt, die seine Lehrmeinung grundsätzlich nicht erfasst.
Wir denken an die Zeit des von Lämmel gepriesenen Nationalsozialisten Gottfried Feder.
Lämmel muß aufgrund seines Alters die Hitlerzeit mit vollem Bewußtsein erlebt- und überlebt haben, man fragt sich nur wie. Offensichtlich hat er nichts daraus gelernt, denn er streitet ja heute noch für die gleiche Geldpolitik die auch Hitlers war. Der hat unbestritten die Feder’sche These im wichtigsten Punkte ausgeführt: Nämlich Geld zu drucken, es als Steuergeld unter das deutsche Volk zu streuen, um damit Staatsaufträge- Parteibauten, Autobahnen, Rüstung- zu bezahlen. Das gab (laut Quantitätsgesetz!) eine saftige Inflation.
Dazu eine Frage, Herr Lämmel, Sie werden es wissen: Logenbruder Schacht hat doch die Nazi-Staatsmaschine zinsfrei mit Geld beliefert? So wie es Ihre „fundierten Volksgeldthesen“ vorschreiben?
*
Nach alledem was Lämmel vorträgt, bedingen seine „fundierten Thesen“ die volle Übernahme der Macht im Staate als Voraussetzung, die erforderlichen Gesetze für Volksgeld, Kreditverbot, Steuerreform usw. zu erlassen und mit Polizeigewalt durchzusetzen. Es werden politische Umstände erhofft, von denen niemand weiß und wissen kann, wann und ob sie überhaupt durchsetzbar sind! Bis dahin kann der Einzelne, soweit ich sehen kann, mit Volksgeldtheorien nichts, gar nichts tun, um seine persönliche wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wozu also soll man sich für eine Sache einsetzen, von der man so wenig hat wie vom kommunistischen Paradies, das der nächsten Generation versprochen wird?
Kritik am System gibt es in Mengen, dazu braucht niemand Lämmels Briefe und Aufsätze. Die Netzseite www.volksgeld.de ist seit Monaten leer. Das Volksgeld-Schrifttum besteht aus sechs kümmerlichen Broschüren, mindestens 1/3 Haßtiraden gegen Gesell. In den „Volksgeld statt Leih-und Zinsgeld“-Rundschreiben schimmert deprimierende Hoffnungslosigkeit durch.
Wo landeten wohl der in ¾.09 abgedruckte Brief Lämmels an die „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin“ bzw. der andere, ebenfalls abgedruckte Brief an die SPD? Im Abfallkorb der Bonzen natürlich! Jeder nüchtern denkende Mensch weiß um die Zwecklosigkeit solcher Übungen. Der Lämmel-Herde muß man aber zeigen, daß etwas geschieht, nach der Maxime: Etwas Dummes machen ist besser als gar nichts machen.
Die Sozialisten-Marxisten lehrten den Arbeitern durch Gewerkschaften und Streiks ihre Lebenslage zu bessern. Das war natürlich falsch, konnte und sollte dem Kapitalsystem nicht schaden. Mit Feder‘scher Theorie im Kopf besteht für den Schaffenden überhaupt keine Möglichkeit, sich gegen die Ausbeuter zu wehren. Lämmel weiß nichts dem „Volksgeld“-Anhänger zu raten, welchen Nutzen er aus der Anwendung der Feder-Färber-Lämmel-Theorien für sein jetziges Leben gewinnt. Die „Volksgeldbewegung“ bietet dem Arbeiter, Unternehmer, Beamten keinen Ratschlag für sein Überleben im Wirtschaftskampf.
Die Schüler Gesells sehen das und verurteilen die Feder’schen Thesen als Humbug, weil die das Wesen des Kapitals verkehrt erklären und eben daraus irrtümliche Folgerungen ziehen!
Die Geld- und Wirtschaftslehren Gesells sind theoretisch UND praktisch weit besser begründet. Gesells Lehre beurteilt das kapitalistische System in allen wesentlichen Punkten widerspruchsfrei (Widerspruch Lämmels bedeutet sowieso nichts). Sie läßt sich täglich an den Wirtschaftzuständen prüfen. Man braucht nicht auf den Tag X zu warten, der vielleicht zu seinen Lebzeiten nicht kommt.Gesell gibt dem Arbeiter praktische Ratschläge, die Ausbeutung im kapitalistischen System wenn nicht zu verhindern, doch zu mindern. „Die Arbeiter sollen heute schon ihren Lohnbeutel gegen die Schmarotzer abdichten.“, schrieb Gesell. Mehr noch, seine Lehren zeigen dem Klugen, es zu seinem Vorteil zu nutzen.
Der Gesell-Schüler nutzt die Konjunktur, indem sie Sparen ermöglicht und er die Geldentwertung durch Sachwertbeschaffung (Haus, Land) in seinem Bereich überwinden kann. Dazu gehören z.B. kurzfristige Kredite, die in solcher Zeit die Banken eifrig geben. Er zahlt stets bar und lehnt Kreditkarten ab. Er wird sich nicht inmitten einer Großstadt niederlassen, wo die Grundrenten (Bodenpreise, Mieten) unverschämt hoch sind, sondern einen Wohnort aussuchen, wo es weniger Wettbewerb gibt. Er rechnet sich aus, was er an Fahrtkosten zusetzen muß und an Grundrentenkosten auf die Dauer weniger ausgibt. Er kann in Aktien, Land und Wertpapieren „investieren“ und durch Beobachtung der Basispreise ziemlich sicher den richtigen Augenblick finden, mit einer angereicherten Börse auszusteigen. Das heißt, er kann sich auch als kleiner Mann Vermögen schaffen. Er weiß sich schwankenden Wirtschaftslagen anzupassen, um am Ende viel besser dazustehen als die Zeitgenossen, die sich ahnungslos verspekulieren oder für geistlose Unterhaltungsbedürfnisse das sauer verdiente Geld aus Tasche ziehen lassen.
Wenn wir trotzdem nicht mit bloßem persönlichen Gewinn durch Gesells Lehren zufrieden sind, sondern für unser ganzes Volk etwas Besseres erstreben, dann kommen damit unsere Instinkte und sittlichen Werte zum Tragen. Sie bestimmen uns, an das Wohl unseres Volkes zu denken, dessen Teil wir sind und ohne das es keine Zukunft hat. Wir wollen, daß die Natur wieder zu ihrem Recht kommt, nicht nur in der ausgeplünderten Umwelt, sondern im Menschen selbst. Auch daran hat Gesell gedacht: Dieses Programm steht im Vorwort zur dritten Auflage der Natürlichen Wirtschaftsordnung. Darum setzen wir uns für die Gesell´schen Reformen Freigeld und Freiland ein: Wir erstreben den Aufstieg unseres Volkes durch die ausbeutungsfreie Volkswirtschaft.
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